Jüdisches Ghetto

Am 10. Oktober 1941 ordnete der rumänische Generalgouverneur der Bukowina Calotecu die Errichtung eines Ghettos in Czernowitz und Deportationen der jüdischen Bevölkerung nach Transnistrien an, die am 11. Oktober begannen. Innerhalb der Grenzen des Ghettos lagen die Springbrunnengasse (lon Creangă, heute Sahajdatschnohostr.), der jüdische Markt und alle Gassen und Straßen vom Anfang der heutigen Holownastr. bis zur Ruskastr. 

Jüdisches Ghetto
Denkmäler
erbaut
1941

Fünf bis acht jüdische Familien mussten sich im Ghetto eine Wohnung teilen. Auf einem Territorium, das zuvor von 5.000 Personen bewohnt worden war, lebten nun ca. 55.000 Menschen. In Erinnerungsschriften wird festgehalten, dass die Menschen auf dem Boden und in den Hausfluren lagen und ohne Nahrung und Wasser waren. Das Ghetto war von einem Bretterzaun umgeben, dessen Eingänge von Polizei und Militär bewacht wurden. Nach den Deportationen im Oktober und November 1941 wurde das Ghetto aufgelöst. Am 7.Oktober 2016 wurde in der Sahajdatschnohostr. 22a eine Gedenkstätte für das Ghetto von Czernowitz errichtet.

Text: Iryna Virstiuk

Materialien:

Der fast vergessene Holocaust (Deutsche Welle, 2014)

  1. Jewgenija Finkel und Markus Winkler: Juden aus Czernowitz. Ghetto, Deportation, Vernichtung 1941-1944. Überlebende berichten. Konstanz 2004