86159 Augsburg


Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs blieb er trotz der russischen Besatzung noch einige Zeit in der Stadt und veröffentlichte im März 1915 das Buch „Russentage in Czernowitz“. Seine als Bericht angelegte Publikation gibt in zwanzig kurzen Kapiteln auf 74 Seiten detailliert die Vorgänge während der ersten und zweiten russischen Besetzung der Stadt wieder.
Zusammen mit Elias Weinstein gründete er 1918 das „Czernowitzer Morgenblatt“, das bis 1940 bestand. Als er 1919 in einem Artikel die Rumänisierungspolitik kritisierte, wurde das Blatt für einige Tage eingestellt und sein Name verschwand aus dem Impressum.
1941 geriet er wie die viele Juden der Stadt in das Czernowitzer Ghetto. Im Juni 1942 wurde er in das Lager von Brazlaw (Transnistrien) deportiert und dort erschossen.
Text: Markus Winkler
Materialien:
Wohnhaus von Julius Weber um 1909
Julius Weber in der Redaktion des Czernowitzer Morgenblatts
Czernowitzer Morgenblatt (1. Nr., 14.05.1918)
Gedenken an Julius Weber