Museum für huzulisches Kunsthandwerk in Wischnitz

Das Museum für huzulisches Kunsthandwerk in Wischnitz wurde im Jahr 1905 eröffnet. Dem Museum ist eine Kunst- und Handwerksschule angeschlossen, die sieben Sparten umfasst, u.a. Stickerei, Schmiedehandwerk, Holzkunst, Design und Pädagogik. Auch in der Sowjetzeit konnten die Arbeiten in der Kunstschule fortgeführt werden. Im Museum selbst sind viele der Abschlussarbeiten der Absolventinnen und Absolventen der Schule ausgestellt, die teilweise auch zum Verkauf stehen. Diese umfassen Holzarbeiten wie die traditionellen Ostereier oder kunstvoll verzierte Kisten, Teller und Kerzenständer, Puppen, bestickte Kissen, geschmiedete Messer, Schmuckstücke wie Colliers oder huzulische Trachten. In den Wandteppichen, die auf den Fotos zu sehen sind, kommen traditionelle Kunst und aktuelle Themen zueinander. Sie sind nach huzulischer Tradition gefertigt und zeigen z.B. huzulische Muster, die aktuelle politische Themen wie den Maidan darstellen.

Museum für huzulisches Kunsthandwerk in Wischnitz
Bildung & Kultur
erbaut
1905

Die Huzulen sind wie die Bojken und Lemken eine Bevölkerungsgruppe in den Karpaten bzw. in der Grenzregion zwischen Ukraine, Polen und Rumänien. Die Huzulen sie sind insbesondere in den östlichen Waldkarpaten, in den Gebieten Iwano-Frankiwsk, Czernowitz und Transkarpatien sowie in den angrenzenden rumänischen Gegenden beheimatet. Traditionell leben sie von Forstwirtschaft und Viehhaltung. Viele Gebräuche der Huzulen, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts durch ihre Besiedlung des schwer zugänglichen Hochgebirges vom modernen Leben mehr oder weniger abgeschnitten waren, haben sich bis heute erhalten. Heute leben sie vereinzelt an den Berghängen, zumeist in den dazugehörigen Tälern. Sie sprechen einen Dialekt des Ukrainischen.

Text: Marit Haferkamp