Sowjetisches Ehrenmal in Rădăuți

Das auf dem christlichen Friedhof in Rădăuți befindliche sowjetische Ehrenmal ist ein Relikt aus der sowjetischen Herrschaftsperiode der südlichen Bukowina. Es ist eines der wenigen Relikte dieser Zeit, das nicht von den Maßnahmen der Entfernung und Umbenennung sowjetischer Denkmäler oder Straßennamen im öffentlichen Raum betroffen ist. Diese passieren im Zuge der nationalistischen Umschwünge Rumäniens nach 1998. Das sowjetische Ehrenmal in Rădăuți befindet sich eher am Rande der Stadt auf dem christlichen Stadtfriedhof. Innerhalb des Friedhofs liegt es nahe dem Eingang, aber direkt an der Friedhofsmauer, wodurch es räumlich eher peripher als zentral positioniert ist.

Sowjetisches Ehrenmal in Rădăuți
Denkmäler
construit
unbekannt

Das Ehrenmal bildet ein Ensemble aus insgesamt elf Grabsteinen und einem zentralen Obelisken. Der Obelisk ist weiß angestrichen und bis auf zwei Ornamente an seinem Fuß schmucklos. Das Ensemble ist umgeben von einer niedrigen Mauer, deren Zugang über ein Doppeltor erfolgt. Acht Grabsteine bilden die erste Reihe, ein weiterer steht mittig in zweiter Reihe. Dahinter befindet sich der Obelisk, erhoben durch eine Stufe. In den beiden Ecken hinter dem Obelisken befinden sich zwei weitere Grabsteine. Jeder Grabstein, ebenso der Obelisk und die Torflügel, trägt einen roten, fünfzackigen Sowjetstern. Auf den Grabsteinen ist jeweils die rote Inschrift ‚неизвестныйгерой 1944‘ zu lesen, was ‚namenloser‘ oder ‚unbekannter Held 1944‘ bedeutet. Laut dem Verzeichnis des AFCN (Administrația Fondului Cultural Național) ist der Obelisk 5,50m hoch.

Das Ehrenmahl stammt aus der sowjetischen Herrschaftsperiode. Es muss aus einem Zeitraum nach 1944 (wegen der Aufschrift auf den Grabsteinen) bis zum Beginn der kommunistischen Regierung in Rumänien ab März 1945 erbaut worden sein. Die Erbauer sind unbekannt In einer Aufzeichnung auf der Website des AFCN wird vermerkt, dass das Denkmal mit einer beschrifteten Marmorplatte versehen ist. Diese ist heute nicht mehr aufzufinden. Auf der Marmorplatte des Obelisken steht im Jahre 1949 folgender Text:


GLORIE ETERNĂ OSTAȘILOR SOVIETICI CĂZUȚI ÎN LUPTA PENTRU ELIBERAREA ȘI INDEPENDENȚA UNIUNII SOVIETICE. SLAVĂ EROILOR ARMATEI SOVIETICE CARE A ELIBERAT ROMÂNIA DE SUB JUGUL COTROPITORILOR FASCIȘTI

[Ewige Ehre den sowjetischen Soldaten, die im Kampf um die Befreiung und Unabhängigkeit der Sowjetunion gefallen sind. Ruhm den Helden der Sowjetarmee, die Rumänien von der Unterdrückung durch die Faschisten befreit hat]


Der Zustand des Denkmals wird in dieser Quelle als ‚relativ gut erhalten‘ beschrieben. Auf einer Fotografie von 2009 ist der Zustand der Mauer und des Tores gezeichnet von Witterung, der Obelisk sieht noch relativ gut erhalten aus. Auf dem Bild ist keine Marmortafel zu sehen, was bedeutet, dass sie zwischen 1949 und 2009 entfernt wurde. Stattdessen befindet sich am oberen Ende des Obelisken ein christliches Kreuz. Am Fuße des Obelisken auf der rechten Seite liegen Blumen. Aufnahmen vom 24. September 2025 belegen eine erneute Veränderung: Das Kreuz wurde entfernt und durch einen roten Sowjetstern ersetzt. Der Obelisk zeigt nun starke Witterungsspuren.

Text: Laura Lindner.

Quellen:

· Administrația Fondului Cultural Național (AFCN) (2025): Back-up. Galeria monumentelor de for public. Recuperarea fișelor analitice de evidență din Fișierul Central al Patrimoniului Cultural. Online verfügbar unter https://eroi.cimec.ro/monument-al-militarilor-sovietici-cazuti-in-al-doilea-razboi-mondial-cimitir-obelisc-radauti-2855/, zuletzt geprüft am 09.02.2026.

· Rusu, Mihai Stelian und Alin Croitoru. „Memorial ambivalences in postcommunist Romania: generational attitudes towards the symbolic legacy of communism“. Societies 11, Nr. 3 (2017): 1–15.

· Dobre, Claudia-Florentina. „Pasts into Present: Ideology, Memory, and Monuments in Communist and Post-communist Romania“. Sensus Historiae© 24, Nr. 3 (2014).